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 Georges Brassens, Le testament

 

Das Testament
(Le testament)

Irgendwann – so geht es uns allen – Dichter und Chansonnier
hörst du das vorletzte Signal,
kannst dich nochmal ans Leben krallen,
oder du singst den Schlußchoral.
Ob nun die Eiche schon gefällt ist
oder die Fichte für den Sarg –
das ist egal, die Uhr läuft weiter,
mach dich für deinen Abgang stark.


Mich, wenn sie mich zu Grabe tragen,
also – dann mitten durch die Stadt
auf einem offenen Leichenwagen,
dass man auch davon noch was hat.
Kurvt durch die Schmuddelkinderviertel
möglichst im Morgensonnenschein.
Laß doch den alten Kutscher fluchen,
mein alter Schulweg soll es sein.


Eh`s dann in jenem Ew`gen Leben
Auf jene Blumenwiese geht,
möchte ich hier noch einmal beben,
spür`n, wie er mir noch einmal steht.
Dann pflück ich eine Chrysantheme,
werde sie mir durchs Knopfloch ziehn,
die Margerite aller Toten,
laß sie in meinem Grab verblühn.

Und meine Witwe, die soll trauern,
Schwarz soll sie tragen bis aufs Hemd,
weinen soll sie, am Grab erschauern,
wenn man mich in die Grube senkt.
Dann kann sie einen andern nehmen,
möglichst natürlich einen Mann,
der meine Stiefel und Pantoffeln
tragen und auch Pfeife rauchen kann.


Der soll sich alles schmecken lassen,
Wein, Weib und Pfeife und Tabak,
soll bloß bei meinem Schnaps aufpassen,
sonst trifft ihn noch zu früh der Schlag.
Doch wenn er meine Katzen piesackt,
die ich so oft gestreichelt hab,
dann komm ich als Gespenst und schneide
ihm seinen Schwanz und anderes ab.


Hier ist mein Testament zu Ende,
feiert ein schönes Leichenfest,
gleich, ob ihr mich nun zur Legende
macht oder ob ihr mich vergeßt.
Ich bin dann längst im Land der Toten,
wo ich nun wirklich nichts mehr brauch`,
wo längst die Meisten von uns ruhen.
Irgendwann kommt ihr dann ja auch.

 

 

Nachdichtung: Franz-Josef Degenhardt



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