Rechtsanwalt & Notar
Testier it! ©

G I S B E R T   B U L T M A N N

 Ihr Spezialist für Erbrechtsfragen
H e r t e n e r  S t r .  2 1  •  4 5 6 5 7  R e c k l i n g h a u s e n  •  F o n  .  0  2 3  6 1  .  9 3  1 7  6  0

Willkommen
Aktuelles
Vorsorgevollmacht
Patientenverfügung
Betreuungsrecht
Erben & Vererben
Vor Gericht
Dies & Das
  Erben literarisch
   Jean Paul, Flegeljahre
   Erich Mühsam, Das Lebensprogramm
   Pablo Neruda, Testament
   Arthur Schnitzler, Fräulein Else
   Isabella Rossellini, Testament und Grab
   Philip Roth, Patrimony
   Harald Martenstein, Siegfrieds Erbin
   Eugen Roth, Der Erbe
   Johann Peter Hebel, 4900 Gulden
   H. Heine, Vermächtnis
   Aus dem Orient: Das zwölfte Kamel
   Ambrose Bierce, Milton Gilson
   Ingrid Noll, Geistige Verwandte
   H. Graf v. d. Goltz, Die Erben
   Broszehls Leben, Jana Simon
   Georges Brassens, Le testament
  Berühmte Testamente
  Besondere Erbfälle
  Berühmte Nachlässe
  Anekdoten
  Spielwiese
Profil
Kontakt

 Aus dem Orient: Das zwölfte Kamel

Um  "Mediation im Erbrecht" ist  es ruhig geworden.

 

Dagegen sagte man den Rechtsgelehrten im Orient schon immer eine sprichwörtliche Weisheit  nach.

 

Das "salomonische Urteil" kommt aus dieser Region.

 

Der Geschichten, die das Leben über die Ungleichbehandlung von Kindern beim Erbe schreibt, sind viele. Salomonische Lösungen sind eher selten. Eine von ihnen lautet so:

 

Das zwölfte Kamel

 

... gar nicht so dumm !Ein reicher Beduine hatte die Aufteilung

seiner Kamele unter seine drei Söhne

testamentarisch in der Weise geregelt,

daß der  älteste  die Hälfte, der zweite ein

Viertel  und der jüngste ein Sechstel

erhalten sollten.

 

Beim Tode des Vaters waren leider nur noch elf Kamele vorhanden, und  es entstand Streit über die Teilung.

 

Der weise Richter stellte, um den Streit zu schlichten, eines seiner Kamele zur Verfügung.

 

Nunmehr war die Teilung leicht:

 

Der erste Sohn erhielt sechs Kamele, der zweite drei und der letzte zwei.

 

Verblüffenderweise blieb ein Kamel, eben das zwölfte des Richters, übrig  und konnte diesem zurückgegeben werden.

 

Der Richter freilich war nicht verblüfft; denn er war ein guter Rechner und hatte sofort erkannt, daß der Vater nicht das ganze Erbe verteilt hatte, sondern nur elf Zwölftel.

 

Das erklärt alles relativ einfach, allerdings mit einem kleinen Trick, daß mit Hilfe des richterlichen Kamels das ganze Erbe einschließlich des Zwölftels ent-gegen dem insofern unvollständigen Testament verteilt wurde und jeder etwas mehr erhielt, als der Vater vorgesehen hatte.

 

Es war also gelungen, das Ungemach des nicht vollkommen verteilten Erbes mit einer kleinen rechnerischen Ungenauigkeit im Wege des "corriger de la fortune" zu beseitigen.

 

nach: Sendler, NJW-Sonderheft f. Hermann Weber, 2001, S. 65

 

 

>>zurück<<

© Rechtsanwalt und Notar Gisbert Bultmann