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Don Natale Sobetto, Piemonteser

 

Dorfpfarrer lebte wie ein Bettelmönch und hinterließ Millionen

Ordensfrauen erben das meiste

Turin: Ein vermeintlich wie ein Bettelmönch in Armut gestorbener norditalienischer Landpfarrer hat zur großen Überraschung seiner einstigen „Schäfchen“ ein Erbe in Höhe von eineinhalb Milliarden Lire, umgerechnet immerhin rund 1.6 Mio. DM, hinterlassen – Immobilien, Vermögen auf Bankkonten und Aktienbesitz.

Wie sich jetzt herausstellte, hatte sich der im März in dem piemontesischen Dorf Pobbia im Alter von 76 Jahren verstorbene Don Natale Sobetto für kleine Arbeiten als Elektriker, Gärtner, Holzfäller, Rohrschlosser und Automechaniker bei seine Pfarrkindern verdingt – gegen Bezahlung.


Sein Vermögen erwirtschaftete er aber auch, indem er, so die Gemeindemitglieder, ungeachtet seines regelmäßigen Einkommens als Geistlicher „fast wie ein Landstreicher“ lebte. Er habe stets den selben schäbigen Talar getragen und nie etwas anderes gegessen als gekochte Kartoffeln.


Umgerechnet rund 140 000 DM erbt jetzt die 39jährige Hausfrau Franca Eurosia Tomaselli, die sich um den Pfarrer im Ruhestand gekümmert hatte.


Den Rest seines Vermögens, ein Mehrfamilienhaus im Wert von 550 000 DM sowie Bankkonten und Aktienbesitz im Gesamtwert von rund 1,1 Mio DM, vermachte der „arme Geistliche“ den Ordensfrauen des „Kleinen Hauses der göttlichen Vorsehung“ in Cottolengo, wo er gestorben war.

 

Seine Diözese Ivrea und seine Pfarrei gingen hingegen leer aus – ebenso Nichten und Neffen von Don Natale Sobetto.



WAZ vom 20.11.1993



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