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  Bill Cruxton, USA

 

Stammgast vererbt Kellnerin Vermögen

Bill Cruxton dankte für Freundlichkeit der 17jährigen

Es klingt wie ein Märchen: Alleinstehender alter Mann jenseits der 80 vermacht aus Dankbarkeit für ein wenig Freundlichkeit der 17jährigen Aushilfskellnerin seines Stammlokals den größten Teil seines Vermögens im Wert von 500.000,00 Dollar (800.000,00 DM).

 

Der letzte Wille des im November verstorbenen Bill Cruxton wird im neuen Jahr allerdings ein gerichtliches Nachspiel haben: Seine 86jährige Schwester Cora Bruck hat das Testament angefochten, das ihr gerade die Kosten für ihr eige-nes Begräbnis zugesteht.

Die Haupterbin des angefochtenen Testaments heißt Cara Wood und hat sich 13 Monate lang um den alten Mann gekümmert, ihm Botengänge abgenommen und die Post vorgelesen, da der 82jährige stark kurzsichtig war. Sie hatte in dem Restaurant „Dink`s“ gejobbt, um sich Geld für den Collegebesuch zu verdienen. Sie bezeichnet sich selbst als einen Wildfang und gibt Fußball als ihre Lieblingssportart an. Im September hörte sie auf, in Cruxtons Stammlokal zu arbeiten, da sie die Termine mit dem Spielplan ihres Fußballteams nicht mehr vereinbaren konnte. Der Kontakt zu dem alten Mann riß aber nicht ab.

Cruxton, der seit dem Tod seiner Frau vor drei Jahren täglich in dem Lokal speiste, hatte anderen Stammgästen von seiner Absicht erzählt, die 17jährige zur Haupterbin zu machen. Einer der Restaurantbesitzer, Dennis Zdolshek, sagt, jeder habe gewußt, daß Cruxton die Freundschaft mit der „typischen Schülerin“ viel bedeutete – und daß es wirklich „nur“ Freundschaft war.

 

Der Anwalt von Frau Bruck sieht das anders. „Herrn Cruxtons langjährige Freunde stimmen alle darin überein, daß dies nicht derselbe Mann ist, den sie kennen“, sagt Mark Fishman. Daß Cruxton eine Aushilfskellnerin zur Haupterbin seines Vermögens einsetzen würde, sei das Letzte, was diese Freunde sich vorstellen könnten.

 

Über das Testament wird im Februar eine Anhörung vor Gericht stattfinden. Cruxton hatte einem früheren Testament zufolge auch schon vor der Bekanntschaft mit Cara Wood die Absicht, eine Kellnerin zur Haupterbin seines Vermögens einzusetzen. Die Frau wechselte aber den Arbeitsplatz und verlor den Kontakt mit dem Mann, dem Personal und Kundschaft seines Stammlokals nach dem Tod seiner Frau offenbar zum Familienersatz geworden war.

Westfalenpost vom 29.12.1992

 


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