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 Das Testament des Sisyphos

 

Sisyphos

 

Er war König von Korinth, listig, verschlagen und gierig. Immerzu den Stein wälzen...

 

Er liebte das Leben und mochte nicht sterben.

 

Daher dachte er sich einen besonderen Trick aus.

 

Er verfügte in seinem letzten Willen, daß seine Witwe kein Totenopfer geben und keine Trauerfeier veranstalten dürfe.

 

Als der Bote der Unterwelt dann erschien ihn abzuholen - wie bei den Griechen so üblich  - konnte er ihn nicht mitnehmen, denn ohne Feier keine Reise, das war die Regel !

 

Und so handelte Sisyphos mit ihm aus, er werde selber eine würdige Trauerfeier organisieren und dann sofort nachkommen..

Doch damit  ließ er sich Zeit, Jahr um Jahr verschob er die Feier  bis in hohe Greisenalter.

 

Am Ende mußte er doch hinab. Aber man kann sich vorstellen, wie sauer die Götter waren, wenn ihnen einer ins Handwerk pfuscht.

 

So dachten sie sich eine besondere Strafe aus .

Wir werden dir zeigen, was ewig ist, da hast du deine Unsterblichkeit.

 

Ab sofort Steine rollen. Eine zynische Lehre, wie Götter eben so sind.

 

 

nach: Martin Stankowski, Einen Türken bauen, S.23

 

 

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