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 Goethe, Vorüberlegungen

 
   
   
 

"Meine Nachlassenschaft

 

ist so kompliziert, so mannigfaltig, so bedeutsam, nicht bloß für meine Nachkommen, sondern auch für das ganze geistige Weimar, ja für ganz Deutschland, dass ich nicht Vorsicht und Umsicht genug anwenden kann, um jenen Vormündern die Verantwortlichkeit zu erleichtern und zu verhüten, dass durch die rückstandslose Anwendung der gewöhnlichen Regeln und gesetzlichen Bestimmungen großes Unheil angerichtet werde.

 

Meine Manuskripte, mein Briefschaften, meine Sammlungen jeder Art sind der...durch die rückstandslose Anwendung der gewöhnlichen Regeln und gesetzlichen Bestimmungen großes Unheil... genauesten Fürsorge wert.

 

Nicht wird jemals so vieles und so vielfaches an Besitztum interessanter als bei einem einzelnen Individuum zustande kommen.

 

Der Zufall, die gute Gesinnung meiner Mitlebenden, mein langes Leben haben mich ungemein begünstigt.

 

Seit 60 Jahren habe ich jährlich wenigstens 100 Dukaten auf Ankauf von Merkwürdigkeiten gewendet, noch weit mehr habe ich geschenkt bekommen.

 

Es wäre schade, wenn dies alles auseinandergestreut würde.

 

Ich habe nicht nach Launen oder Willkür, sondern jedes Mal mit Plan und Absicht zu meiner eigenen, folgerechten Bildung gesammelt und an jedem Stück meines Besitzes gelernt.

 

In diesem Sinne möchte ich diese meine Sammlung konserviert sehen."


Goethe am 19. November 1830

 

aus: "Ein Tag aus Goethe`s Leben" von Erich Trunz , S.97

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