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 Friedrich der Große, Testament vom 8.01.1769

 

"Unser Leben ist ein rascher Übergang...

 

Ich habe Gesetz und Recht herrschen lassen, ich habe Ordnung und Klarheit in die Finanzen gebracht...

 

Nachdem ich diese Pflichten gegen den Staat erfüllt habe, müßte ich mir ewig Vorwürfe machen, wenn ich meine Familienangelegenheiten  vernachlässigen würde.

 

Um Zerwürfnisse , die wegen meiner Erbschaft unter  meinen nächsten Angehörigen entstehen könnten, zu vermeiden, erkläre ich meinen letzten Willen..."... müßte mir ewig Vorwürfe machen !

 

Es folgen dann die Erbeinsetzung des Thronfolgers und die Verfügungen über seinen Allodial - Nachlass.

 

Hierbei setzte er zugunsten ihm offenbar nahestehender Personen Legate (Vermächtnisse) aus, die sein Erbe, der Thronfolger zu erfüllen hatte, bestehend jeweils aus Geld, einem Erinnerungsstück und einer bestimmten Zahl von Eimern Ungarn-Wein.

 

Die Menge des Ungarn-Weins war offenbar weniger abhängig von Durst und Trinkvermögen des Bedachten als von der Wertschätzung  des Königs für den Vermächtnisnehmer.

 

Spitzenreiter beim Ungarn-Wein waren seine Brüder Heinrich und Ferdinand, die jeweils 50 Eimer erhielten, aber auch seiner - im übrigen von ihm wenig geliebten - Witwe gönnte er jährlich zwei Fässer.

 

Ob der Ungarn-Wein schuld daran, daß der Testator seinem Erben nicht über den Weg traute, oder ob es allgemeinere Gründe dafür gab, ist nicht bekannt;  fest steht, daß Friedrich der Große in Ziffer 33 seines Testaments Testaments-vollstreckung anordnete und Herzog Karl von Braunschweig zum Testaments-vollstrecker ernannte, "von dessen Freundschaft, Redlichkeit und Ehrenhaf-tigkeit" er sich versprach, daß er die Ausführung seines letzten Willens übernehmen würde.

 

aus: Reimann, Die Kontrolle des Testamentsvollstreckers, FamRZ 1995, S.588

 

 

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